Diese Kirche, “Templo de San Juan” befindet sich in San Juan Chamula. Die Chamulas sind eine unabhängige Gruppe der Tzotzil mit etwa 80000 Mitgliedern. Der Ort liegt etwa 10 km nordwestlich von San Christobal und ist das Zentrum der mit Abstand einzigartigsten Rituale des Landes. Allerdings haben Konflikte zwischen den Anhängern des traditionellen Katholizismus der Chamulas und den zu evangelischen pfingstgemeindlichen oder anderen Zweigen des Christentums übergetretenen dazu geführt, dass in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Tausend Chamulas aus ihren Dörfern ausgeschlossen wurden. Hier – wie auch in anderen Teilen Mexikos und Zentralamerikas, hat man den Katholizismus auch deswegen abgelehnt, weil man gegen die langandauernde Übermacht der katholischen Mestizen war. Die meisten der Menschen im Exil bewohnen heute die Barackendörfer rund um San Christobal. Fremde dürfen San Juan Chamula zwar besuchen, aber nicht alles fotografieren in der Kirche oder bei Ritualen. Der Friedhof des Dorfes liegt rund um die ältere Kirche. Die schwarzen Kreuze bedeuten, dass hier ein Mensch hohen Alters gestorben ist. Die weißen Kreuze hingegen bedeuten, dass der Mensch der dort liegt sehr jung gestorben ist. Die blauen Kreuze sind für alle übrigen Toten. Der Templo de San Juan ist die Hauptkirche von Chamula und steht neben der Hauptplaza. In der Touristeninformation an dieser Plaza gibts die Eintrittstickets für 1,50 US Dollar. Die Atmosphäre im Inneren ist beeindruckend: Hunderte von Kerzen flackern, Weihrauchwolken steigen auf und betende senken knieend ihr Gesicht auf den mir Kiefernnadeln bedeckten Boden. Dazu wiederholt eine vierköpfige Mariachiiband mantrahaft das gleiche melancholische, musikalische Thema. Singende curanderos (Heiler) reiben die Körper ihrer Patienten mit Eiern und Knochen ein. Heiligenfiguren sind von Spiegeln umgeben und in lange Gewänder gekleidet. Die Chamulas verehren San Juan Bautista (Johannes den Täufer) noch vor Jesus Christus.
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Mystic Chiapas
18. März 2009 Abgelegt unter Aktuelles | Keine Kommentare















